Stabat Mater

14. September 2017, 21:00 bis 22:30 Uhr

St. Reinoldi


Die Anmeldefrist für die Veranstaltung ist leider abgelaufen.

ChorWerk Ruhr
Björn Colell, Laute
Günter Holzhausen, Violone
Christoph Anselm Noll, Orgel
Leitung: Florian Helgath

Die mittelalterliche marianische Sequenz „Stabat mater dolorosa“, eine ausdrucksstarke Meditation der Schmerzen der Gottesmutter unter dem Kreuz ihres Sohnes, hat zahlreiche Komponisten zu ergreifenden Vertonungen angeregt. Die Version von Domenico Scarlatti (1685-1757) gehört zu den weniger bekannten und ist dennoch eine der eindrucksvollsten. Ungewöhnlich ist die zehnstimmige Anlage des lediglich continuo-begleiteten Vokalsatzes; sie ermöglicht Scarlatti eine ungeheuer dichte polyphone Kompositionsweise, deren faszinierender Reichtum an harmonischen Ballungen und Spannungen die Textaussage mit musikalischen Mitteln eindringlich zur Geltung bringen.

Seine berühmte Motette „Jesu, meine Freude“ (BWV 227) stellt Johann Sebastian Bach in einer seiner hervorragendsten Eigenschaften heraus: Als Bearbeiter eines protestantischen Kirchenliedes. Die prägnante Römerbrief-Theologie des Apostels Paulus, im deutschen Protestantismus bereits durch Martin Luthers kraftvolle Sprache farbenreich interpretiert, erfährt mithilfe der Musik Bachs noch weitere Zuspitzung hin zu einer Wirkmächtigkeit, die bis heute ihresgleichen sucht.

Der junge, 1979 geborene, tschechische Komponist und Dirigent Ondřej Adámek gehört zu den gefragtesten jüngeren Komponisten seines Landes. „Steinar“ („Steine“) heißt eines seiner jüngsten Werke. Ursprünglich mit sechs Vokalisten besetzt, erklingt es mit dem ChorWerk Ruhr nun in chorischer Fassung. Die SängerInnen agieren dabei zugleich als PercussionistInnen, unter anderem an Kieselsteinen, Kazoos und Wah-Wah-Tubes. Die Grenzen zwischen Gesang und Geräusch, Vokalem und Instrumentalem zerfließen. Auch das Vokale selbst wechselt zwischen gesungenen Melodien, artikulierten Phonemen und Sprechen, aber auch jazziger und opernhafter Stimmgebung.

Programm:
Domenico Scarlatti (1685-1757):
Stabat Mater
für zehnstimmigen Chor

Johann Sebastian Bach (1685-1750):
Jesu, meine Freude
Motette für fünfstimmigen Chor (BWV 227)

Ondřej Adámek (*1979):
Steinar
für 24 Sängerinnen und Sänger mit Instrumenten

Karten (erhältlich an der Abendkasse): 10 Euro | ermäßigt 5 Euro
Für chor.com-FachteilnehmerInnen sind die Konzerteintritte im Fachteilnehmerticket enthalten.

 

Ensemble/s

  • ChorWerk Ruhr

    Das 1999 gegründete ChorWerk Ruhr ist ein professionelles und junges Vokalensemble, dessen Repertoire von der abendländischen Ein- und Mehrstimmigkeit bis zu großen oratorischen Werken reicht. Künstlerischer Leiter ist seit 2011 in der Nachfolge von Frieder Bernius und Rupert Huber der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Florian Helgath. Sein Anliegen ist es, neue Chormusik in Bezug auf traditionelle Musikformen zu beleuchten und somit für den Zuhörer vor dem Hintergrund der reichen Musikgeschichte neu wirken zu lassen. ChorWerk Ruhr hat als etablierter Spitzenchor des Landes NRW mit namhaften Dirigenten und Orchestern zusammen gearbeitet, an nationalen sowie internationalen Musikfestivals teilgenommen und war an Aufnahmen von WDR und DLF beteiligt. Darüber hinaus kooperiert ChorWerk Ruhr alljährlich in besonderer Form mit der Ruhrtriennale.

Leitung

  • Florian Helgath

    Florian Helgath ist seit 2011 Künstlerischer Leiter von ChorWerk Ruhr. Mit diesem Ensemble erarbeitet er auf höchstem Niveau Chormusik aller Epochen, sowohl a cappella als auch mit Orchester. Von 2009 bis 2014 leitete er den Dänischen Rundfunkchor als Chorus Master. Als Dirigent des via-nova-chor München lag sein Schwerpunkt insbesondere auf zeitgenössischer Chormusik. Von 2008 bis 2016 hat er mit diesem Ensemble zahlreiche Uraufführungen dirigiert und wurde mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Ab der Saison 2017/18 übernimmt er zudem die Künstlerische Leitung der Zürcher Sing-Akademie. Darüber hinaus ist er regelmäßig zu Gast beim SWR Vokalensemble, beim RIAS Kammerchor, beim Chor des Bayerischen Rundfunks, dem MDR Rundfunkchor oder dem Chœr de Radio France und arbeitet mit vielen namenhaften Orchestern und Instrumentalensembles. Einstudierungen und Assistenzen übernahm er unter anderem für Herbert Blomstedt, Kent Nagano, Rafael Frühbeck de Burgos und Christian Thielemann.

Künstler

  • Björn Colell

    Björn Colell studierte Gitarre an der Hochschule der Künste in Berlin sowie Laute und historische Aufführungspraxis am Royal College of Music in London. Das Spektrum seiner Konzert- und Aufnahmetätigkeit reicht vom solistischen Spiel über Kammermusik bis zur Mitwirkung bei Orchesterwerken und Opern als Continuo-Spieler. Eine intensive internationale Konzerttätigkeit führte ihn an die prominentesten Konzertorte weltweit (darunter die Carnegie Hall in New York, die Londoner Royal Albert Hall oder das Teatro Colón in Buenos Aires). Er ist festes Mitglied der Berliner Barocksolisten und darüber hinaus Gast bei vielen anderen auf historische Aufführungspraxis spezialisierten Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester oder der Akademie für Alte Musik Berlin. Zahlreiche mit Auszeichnungen bedachte CD–Einspielungen sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen liegen vor.

  • Günter Holzhausen

    Günter Holzhausen studierte Kontrabass an der Hochschule für Musik und Theater in München bei Prof. Klaus Trumpf. Bereits während des Studiums hatte er Engagements beim Münchner Rundfunkorchester, den Münchner Symphonikern und dem Münchener Kammerorchester. Seit 1996 ist er ständiger Continuospieler des Tölzer Knabenchors, verbunden mit zahlreichen Konzerten und Aufnahmen in Europa, Israel, der Türkei und Übersee. Eine ausgedehnte Zusammenarbeit verbindet ihn mit vielen renommierten Ensembles und Künstlern im In- und Ausland. Darüber hinaus ist er Professor für Kontrabass und Violone an der Hochschule für Musik und Theater München, hält Gastvorträge und publiziert. Er beschäftigt sich dabei intensiv mit diversen historisch überlieferten Violonestimmungen von drei bis sechs Saiten und ihrer aufführungspraktisch korrekten Anwendung.

  • Christoph Anselm Noll

    Christoph Anselm Noll hat sich durch sein fundiertes Wissen im Bereich historischer Aufführungspraxis und seine sicht- und spürbare Spielfreude am Tasteninstrument inzwischen einen Platz unter den führenden Basso continuo-Spielern erworben. Als Orgel- und Cembalo-Solist konzertiert er in Deutschland und vielen europäischen Ländern, wirkt aber auch mit in namhaften Ensembles für Alte Musik (darunter Musica fiata, Concerto Köln, Collegium Cartusianum, Neue Düsseldorfer Hofmusik) und arbeitet dabei mit renommierten Dirigenten wie unter anderem Frieder Bernius, Stephan Blunier, Pierre Cao, Heinz Holliger oder Roman Kofman. Als Dirigent nicht nur seiner eigenen Ensembles Capella pura und Florilegium musicum wusste er sich mit bemerkenswerten Aufführungen zu profilieren. Zahlreiche Aufnahmen für Rundfunk und Schallplatte dokumentieren sein künstlerisches Schaffen.

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